Germany: Kampagnen-Huhn erreicht Hannover, Deutschland am 36-38. tage der Marathon-Europa-Tour

Am 05-07/09/2014 wird Rosa, das Kampagnen-Huhn, am 36-38. tage seiner 39-tägigen Tour durch die Europäische Union in Deutschland ankommen.  

Rosa fordert eine klare, verbindliche Kennzeichnung von Geflügelfleisch. Sie möchte, dass die Konsumenten die einfache Frage danach, wie das Huhn gehalten wurde, beantworten können.

39 Tage sind die durchschnittliche Lebensdauer eines Huhns aus Intensivtierhaltung. Intensivtierhaltung kann zu schweren Herzproblemen, Lahmheit und abnormen Wachstumsraten bei Hühnern führen. Derartige Zustände bringen die wenigsten Menschen mit der Hühnerzucht in Verbindung.

Rosa hat London am 1. August unter großer Aufmerksamkeit der sozialen Medien verlassen. Ihre 39-tägige Tour wird am 8. September in Brüssel zu Ende gehen. In der Zwischenzeit wird Rosa 21 Mitgliedstaaten der Europäischen Union besuchen und fordern, dass Geflügelfleisch eindeutig entsprechend seiner Herstellungsart gekennzeichnet wird.

Twitter - https://twitter.com/39days4rosa

Facebook - https://www.facebook.com/39Days4Rosa

10:00 - 11.00 - Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Calenberger Straße 2, 30169 Hannover.

13.00 - 15.00 - Eine Tour durch Hannovers Fußgängerzone. Starten Sie am Ernst-August-Platz.

Die Europäische Kommission prüft in diesem Sommer die Kennzeichnung von Geflügelfleisch. Rosa möchte, dass sie eine verlässliche, verpflichtende Kennzeichnung für die europäischen VerbraucherInnen beschließt. Umfragen zeigen, dass Rosas Einsatz von den meisten Menschen in Europa unterstützt wird.1 Acht von zehn Verbrauchern in der Europäischen Union unterstützen die Einführung der Kennzeichnungspflicht für Geflügelfleisch.

Rosa wird von einem Team aus drei Freiwilligen aus Großbritannien unterstützt: Tamsin French, einer Freiland-Hühnerbäuerin aus Devon; Johanna Olsson, einer Studentin der Tierzucht aus Berkshire; und Sam White, einer Tierschutzaktivistin aus Essex.

Geflügelfarmerin Tamsin French sagt: „Es existiert bereits ein Verfahren zur Fertigungskennzeichnung von Schaleneiern. Damit können die Verbraucher erkennen, aus welcher Haltungsform die Eier stammen, die sie kaufen. Die Kennzeichnung hat erheblich dazu beigetragen, dass die Verkaufszahlen von nicht aus Käfighaltung stammenden Eiern drastisch angestiegen sind.“ 2  

“Darüber hinaus hat die Kennzeichnungspflicht Erzeugern wie mir die Möglichkeit gegeben, über den Preis zu differenzieren und einen besseren und gerechteren Lebensunterhalt zu erzielen. Ich möchte, dass diese Art der Kennzeichnung auch für Hühnerfleisch eingeführt wird, denn klare, vergleichbare POS-Informationen sind unverzichtbar für das Wachstum eines Marktes mit höheren Tierschutzstandards.“

2012 hat die Europäische Kommission den KonsumentInnen bessere Informationen zum Tierwohl versprochen. Eine Kennzeichnungspflicht für Geflügelfleisch würde genau dafür sorgen und würde nur eine einfache Regeländerung erfordern. 3

Johanna Olsson, die Studentin der Tierzucht, sagt: „Rund 90 % der in der EU aufgezogenen Hühner stammen aus Massentierhaltung. Diese Hühner haben wenig oder keine Möglichkeit, ihr natürliches Verhalten auszuleben. Abnormales Wachstum kann zu schweren Herzproblemen und Lahmheit führen. Derartige Verhältnisse würden die meisten Leute auf einer Hühnerfarm nicht erwarten.“

Tierschutz-Aktivistin Sam White sagt: „So viele Etiketten auf Fleisch- und Milchprodukten verwenden eine verwirrende Sprache und Bilder, die suggerieren, die Tiere würden unter weitläufigen, geräumigen, ‚natürlichen‘ Bedingungen gehalten, auch wenn sie aus Standard-Intensivtierhaltungen stammen. Die Kennzeichnung von Eiern hat gezeigt, dass die Verbraucher bessere Aufzuchtbedingungen für die Tiere bewirken können; sie können dies jedoch nur dann, wenn die Produkte, die sie kaufen, mit verlässlichen Informationen versehen sind, die einen Vergleich zulassen.“

Rosas anstrengende 39-Tage-Tour kann auf Twitter (@39Days4Rosa, #39Days4Rosa) und Facebook (39Days4Rosa) verfolgt werden. Die Tour wird außerdem von VerbraucherInnen und Tierschutzgruppen aus ganz Europa unterstützt.

In Deutschland wird sie von AktivistInnen von Albert Schweitzer Stiftung.  „Wir empfehlen, pflanzliche Alternativen statt Fleisch zu konsumieren. Gleichzeitig sehen wir in der Herkunftskennzeichnung von Fleisch große Defizite und unterstützen deshalb die Kampagne", sagt Mahi Klosterhalfen von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.

ENDE

Hinweis für Redakteure:

•    Rosas Tour ist am 1. August in London, Großbritannien, gestartet. Sie endet am 8. September in Brüssel, Belgien. Rosa wird außerdem die Niederlande, Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, die Tschechische Republik, die Slowakei, Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Italien, Spanien und Frankreich besuchen.

•    39Days4Rosa ist Teil der Labelling Matters (= „Die Kennzeichnung zählt”)-Kampagne – einem Partnerschaftsprojekt von Compassion in World Farming, RSPCA, Soil Association und World Animal Protection. Labelling Matters wird maßgeblich von der Eurogroup for Animals unterstützt.

•    Rosas anstrengende 39-Tage-Tour kann auf Twitter (@39Days4Rosa, #39Days4Rosa) und YouTube (39Days4Rosa) verfolgt werden.

•    Fotos und Videos sind hier verfügbar: [link to fileshare/dropbox]

•    Tamsin French, 23 Jahre alt, ist Freiland-Hühnerbäuerin. Sie besitzt einen Diplom-Abschluss mit Auszeichnung in Umweltgeographie. Sie war Vizepräsidentin ihrer Universitätsgesellschaft für Umwelt und hat ehrenamtlich bei Friends of the Earth gearbeitet.

•    Johanna Olsson, 22 Jahre alt, macht ihren Bachelor in Tierzucht. Sie hat ehrenamtlich in einer Tierarztpraxis sowie für Compassion in World Farming und in einem Kindergarten gearbeitet. Sie spricht Englisch und Schwedisch.

•    Sam White, 24 Jahre alt, hat Bildende Künste und Englisch studiert. Sie war Chefredakteurin ihrer Universitätszeitung und spricht Englisch und Französisch. Sie hat in den Bereichen Filmproduktion und Public Events gearbeitet.

Anmerkungen:

1. Qa Research, 2013. Method of production labelling of meat and dairy products research – Report for Labelling Matters. www.labellingmatters.org.

2. Zahlen der Kommission zeigen, dass der Anteil der käfigfrei gehaltenen Legehennen sich in Europa von 19,7 % im Jahr 2003 auf 42,2 % im Jahr 2012 erhöht hat. (European Commission, 2013. Laying hens by way of keeping. CIRCABC). Allein in Großbritannien ist die Produktion von Eiern aus käfigfreier Haltung von 31 % im Jahr 2003 auf 51 % im Jahr 2012 gestiegen (Defra, 2013. Quarterly UK Egg Packing Station Survey). Im Jahr 2013 durchgeführte Untersuchungen in Großbritannien, Frankreich und der Tschechischen Republik haben eine durchschnittliche Erkennungsrate von 59 % für das EU-Ei-Schema ergeben – 65 % finden es hilfreich (Qa Research, 2013. Method of production labelling of meat and dairy products research – Report for Labelling Matters. www.labellingmatters.org).

3. Das EU-Recht (Verordnung 543/2008) zu Vermarktungsnormen für Geflügelfleisch definiert bereits Produktionsmethoden für Hühner aus Freiland-und extensiver Bodenhaltung. Diese seit 1991 bestehende Verordnung legt die Standards fest, die erreicht werden müssen, wenn die Händler das Geflügelfleisch als aus „Freilandhaltung“ oder aus „extensiver Bodenhaltung“ stammend kennzeichnen möchten. Eine Änderung von freiwilliger zu verpflichtender Kennzeichnung mit diesen Begriffen dürfte relativ unkompliziert sein – die zusätzliche Forderung, dass Fleisch von Hühnern aus Intensivtierhaltung entsprechend mit „Intensivtierhaltung“ gekennzeichnet werden muss, ebenso.